Wenn ich an meine Ankunft in Cajamarca zurückdenke, kommt es mir einerseits so vor, als wäre es erst gestern gewesen, andererseits wie eine Ewigkeit.
Nach einer langen Busfahrt von Lima nach Cajamarca wurden wir von unserer Mentorin abgeholt. Wir fuhren nur kurz zu unserer zukünftigen Wohnung, stellten unsere Koffer ab und machten uns direkt auf den Weg zur Schule „Jesús Trabajador“. Dort wurde gerade das Jubiläum von MANTHOC gefeiert.
Für uns waren es viele neue Eindrücke auf einmal: neugierige Kinder, die uns auf dem Schulhof sofort umarmten, ein gemeinsames Mittagessen mit den Lehrkräften, viele unbekannte Gesichter, eine neue Umgebung und eine Sprache, an die wir uns erst gewöhnen mussten. Obwohl wir für alle Fremde waren, wurden wir mit großer Herzlichkeit und Offenheit empfangen.
Wenn ich heute – elf Monate später – darauf zurückblicke, erscheint mir diese erste Begegnung fast unwirklich. Die Schule „Jesús Trabajador“, die mir an meinem ersten Tag noch völlig fremd vorkam, ist inzwischen zu einem Ort geworden, an dem ich mich zuhause fühle. Sie ist zu meiner zweiten Familie geworden. Auch die Sprache, die mich anfangs vor große Herausforderungen stellte, ist mittlerweile ein selbstverständlicher Teil meines Alltags.
Den größten Teil meiner Zeit verbringe ich in der fünften Klasse. Dort unterstütze und begleite ich die Schülerinnen und Schüler im Unterricht, beispielsweise in Mathematik und Kommunikation. Außerdem unterrichte ich Englisch in der dritten, fünften und sechsten Klasse.
Besonders schön ist es, die Kinder über einen längeren Zeitraum begleiten zu dürfen und ihre Entwicklung mitzuerleben. Es erfüllt mich mit Freude zu sehen, wie viel Vertrauen im Laufe der Zeit entstanden ist.
Am meisten beeindruckt hat mich die Herzlichkeit der Menschen in Cajamarca. Wir wurden nicht als Fremde behandelt, sondern vom ersten Tag an mit großer Wärme aufgenommen. Immer wieder wurden wir zu Geburtstagen, Festen und Feiertagen eingeladen. Dort durften wir gemeinsam mit den Familien feiern, traditionelle Gerichte probieren und einen Einblick in ihren Alltag gewinnen.
Diese Begegnungen haben mir geholfen, die peruanische Kultur nicht nur kennenzulernen, sondern sie wirklich zu erleben und ein Teil von ihr zu werden.