Emma in Namibia

Hey, mein Name ist Emma, ich bin 20 Jahre alt und komme aus Paderborn. Eine gewisse Faszination hatte ich schon immer für Afrika. Die Tiere, die Kulturen, die Sprachen und die Menschen. Um das alles kennen zu lernen und das auch auf einer tieferen Ebene, entschied ich mich dafür ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen.  Im September 2025 ging für mich und drei weitere Freiwillige die Reise ins Auslandsjahr nach Namibia los. Das Projekt in Oshipeto ist eine Schule von den Klassen 0-7. Davon unterrichten wir die Klassen 1-3 in Kunst und Sport und beschäftigen uns zusätzlich nachmittags mit den Kindern. Die Kinder die hier und teilweise auf die Nachbarschule gehen, sind in Hostels auf dem Gelände untergebracht. Essen wird hier für die Kinder von einer Schwester in der Speisehalle gekocht. Die restlichen Schwestern und Lehrer wohnen in dem Schwesternhaus und dem Lehrerhaus, welche ebenfalls auf dem Gelände sind. Meine Mitfreiwillige und ich, sowie einige der Lehrer von der Nachbarschule wohnen in kleinen Häusern am Rand des Geländes. Eine Kirche und ein großer Platz mit Fußball- und Netballfeld gibt es auch. Zur Schule gehören noch Esel, Hunde, Ziegen, Schweine und Hühner und ein Garten wird auch von den Schwestern bearbeitet.

Als wir hier angekommen sind wurden wir direkt singend von den Kindern begrüßt. Da hier fast 300 Kinder untergebracht sind, wird man zunächst erstmal fast überrannt. Die Kinder hier sind super neugierig und sehr offen, was es leicht macht sie kennen zu lernen. Vor  dem Projekt habe ich noch nie mit Kindern gearbeitet, wodurch ich mich natürlich erstmal an die ganzen kleinen Energiebündel gewöhnen musste. Zu Beginn ist alles recht überwältigend. Man ist in einem fremden Land, mit einer fremden Sprache, wohnt quasi alleine, und übt einen Job aus, in dem man vorher vielleicht noch keine Erfahrung hatte. Doch nach einer kurzen Eingewöhnungszeit habe ich schnell gemerkt, wie schön dieses Projekt wird. Ich bin mit einer gewissen Vorstellung hier angekommen, die definitiv übertroffen wurde. Für die Kinder ist man nicht einfach ein Lehrer, sondern viel mehr. Man ist auch Spielkamerad, Freund, Vorbild und manchmal auch wie Familie. Die Kinder sind mir über die Zeit wirklich sehr ans Herz gewachsen. Dieses Auslandsjahr hat mich auf eine Art und Weise bereichert, die ich gar nicht beschreiben kann. Nicht nur Erinnerungen, auch Wissen, Erfahrungen, Beziehungen und vieles mehr. Ich habe hier gelernt die einfachsten Dinge wert zu schätzen und alles mit mehr Ruhe zu nehmen. In den paar Monaten in denen ich bis jetzt hier war, konnte ich viele unterschiedliche Beziehungen aufbauen. Mit den kleinen Kindern, beim Unterricht und nach der Schule beim Spielen. Die größeren, denen wir beim Lernen oder den Hausaufgaben helfen und mit denen wir Geschichten bis spät abends erzählen. Morgens im Lehrerzimmer wenn wir mit den Lehrern von den vorherigen Tagen erzählen und Witze machen bevor der Unterricht losgeht. Die Hostelfrauen, mit denen wir einfach mal entspannt zusammen sitzen und über alles reden können und die Schwestern. Das gemeinsame Essen am Sonntag mit der anschließenden Runde Uno bei den Schwestern ist immer das Highlight der Woche. Natürlich gab es auch mal Schwierigkeiten, wie Strom- und Wasserausfälle oder einfach Sehnsucht nach Zuhause. Doch das ist nichts an das man sich nicht gewöhnen kann oder mit dem man nicht klar kommt. Ein Anruf mit der Familie und eine Taschenlampe beheben das Problem bis es vorüber ist und wenn man alles mit ein bisschen Spaß nimmt, ist das gar nicht mehr so schlimm.

So ein Auslandjahr ist wirklich eine einmalige Erfahrung, die man nie wieder vergisst und auf die ich stolz und froh bin sie gemacht zu haben. Ich habe mich hier mittlerweile so eingelebt und an mein neues Umfeld gewöhnt, dass ich es mir nicht vorstellen kann, dass es in einem Monat schon vorbei ist. Die Schwestern, Lehrer und Kinder sind Freunde und wie eine zweite Familie für mich geworden. Es ist zwar schade zu wissen, dass die Zeit hier ein Ende hat und ich alles zurück lassen muss wenn ich wieder nach Deutschland gehe. Jedoch ist es schön zu wissen, dass wenn man sie irgendwann besucht, dass hier Menschen sind die man kennt, gern hat und die sich freuen werden einen wiederzusehen. Ich habe jetzt einen weiteren Platz auf der Welt an dem ich mich Zuhause fühle.