Das Rahmenkonzept des mundus Eine Welt e.V. - Internationale Freiwilligendienste im Erzbistum Paderborn

Hintergr√ľnde

Die internationalen Freiwilligendienste haben im Erzbistum Paderborn eine gro√üe Bedeutung. Angeregt von dem Projekt ‚ÄěMaZ (Missionar auf Zeit)‚Äú der Ordensgemeinschaften haben in den letzten Jahren Jugendverb√§nde, Kirchengemeinden und Eine-Welt-Kreise im Kontext ihrer Partnerschaften Freiwilligeneins√§tze erm√∂glicht. Der mundus Eine Welt e.V. Paderborn hat in diesem Zusammenhang die Tr√§gerschaft f√ľr den ‚ÄěAnderen Dienst im Ausland‚Äú nach ¬ß14b Zivildienstgesetz √ľbernommen. Der mundus Eine Welt e.V. beabsichtigt dieses Programm fortzuschreiben und weiter zu qualifizieren.

Ziele

Der mundus Eine Welt e.V. Paderborn l√§dt Verb√§nde, Gemeinden, Gruppen und Einrichtungen ein, in einem gemeinsamen Netzwerk internationale Freiwilligeneins√§tze zu gestalten. Die Potentiale aus den weltkirchlichen Partnerschaften des Erzbistums, der unterschiedlichen Orden, Gemeinden, Verb√§nde und Gruppierungen sollen zusammengef√ľhrt und weiterentwickelt werden. Das Angebot soll den Richtlinien des Programms WELTW√ĄRTS des Bundesministeriums f√ľr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gen√ľgen und zudem die M√∂glichkeit f√ľr junge M√§nner bieten, den anderen Dienst im Ausland gem√§√ü ¬ß14b Zivildienstgesetz zu leisten.

Der Freiwilligendienst ist ein Beitrag zur Mitgestaltung der Einen Welt. Er dient der Partnerschafts- und Bildungsarbeit und soll durch konkretes Handeln ein Beitrag f√ľr mehr Gerechtigkeit in der Welt sein.

Durch die Begegnung und das Zusammenleben mit Menschen anderer Kulturkreise leistet der Einsatz einen Beitrag in der Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen.

Mit der Einbindung in die Partnerschaftsarbeit ist dieser Dienst der Freiwilligen ein sichtbares und lebendiges Zeichen internationaler Kontakte.

Die Erfahrungen des Freiwilligeneinsatzes sollen in die Bildungsarbeit der Gruppierungen und des Erzbistums Paderborn einfließen und so das Globale Lernen fördern.

Die Freiwilligen

Das Angebot richtet sich an junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren, die sich f√ľr ein Mitarbeiten und Mitleben in einem Projekt der Katholischen Kirche entschieden haben und in der Regel aus dem Erzbistum Paderborn stammen. Die Freiwilligen ersetzen keine Fachkr√§fte und sind keine Entwicklungshelfer.

Es gelten folgende Bedingungen:

  • abgeschlossene Berufsausbildung, Fachhochschulreife oder allgemeine Hochschulreife
  • gute gesundheitliche Konstitution
  • Bereitschaft, sich auf ein Leben in einem anderen Kulturkreis und unter besonderen √§u√üeren und landestypischen Bedingungen einzulassen
  • Bereitschaft, sich in einer kirchlichen Einrichtung zu engagieren
  • Bereitschaft, sich auf den Dienst umfangreich vor- und nachzubereiten und die entsprechende Landessprache vor dem Einsatz zu erlernen
  • Erfahrungen aus dem Engagement in Gemeinde, Jugendarbeit oder sozialen Einrichtungen
  • F√§higkeit zum Leben in Gemeinschaft und zur Teamarbeit
  • Flexibilit√§t und Bereitschaft, sich anzupassen
  • F√§higkeit und Bereitschaft zu eigenen Entscheidungen und eigenverantwortlichem Handeln in Gemeinschaft
  • Erstellen der Zwischenberichte (alle drei Monate) und eines Abschlussberichtes
  • Engagement f√ľr die Eine Welt nach dem Freiwilligeneinsatz

Projektpartner und Einsatzstelle

Die Freiwilligen arbeiten in Projekten in Ländern, zu denen eine Partnerschaft zu Mitgliedern des mundus Eine Welt e.V. besteht.

Der Dienst darf zwischen 12 und 24 Monate dauern. Dringend empfohlen wird eine Dauer von mindestens 12 Monaten. Diese Zeit ist auch als Regeldauer des Dienstes zu betrachten.

Als Einsatzbereiche kommen alle entwicklungspolitischen Arbeitsfelder in Betracht, wie Bildung, Gesundheit, Landwirtschaft, Not- und Übergangshilfe, Umweltschutz, Wasser, Menschenrechte, Demokratieförderung, Jugendarbeit oder auch Sport.

Als Einsatzorte kommen nur Stellen in Betracht, die einen Bedarf an dem Einsatz von Freiwilligen inklusive einer Tätigkeitsbeschreibung formuliert haben und die eine fachliche Begleitung während des Einsatzes gewährleisten.

F√ľr jeden Einsatzplatz wird ein schriftlicher Kontrakt zwischen dem Partner vor Ort, ggf. der Partnergruppe in Deutschland, dem/der Freiwilligen und dem mundus Eine Welt e.V. geschlossen.

mundus Eine Welt e.V.

Die deutschen Partnergruppen sind Mitglied des mundus Eine Welt e.V. Der mundus Eine Welt e.V. √ľbernimmt die Gesamtverantwortung f√ľr das Gelingen des Freiwilligendienstes. Er hat dabei folgende Aufgaben:

  • Der mundus Eine Welt e.V. koordiniert die Begleitung der Freiwilligen im Rahmen der Vorgaben aus dem Programm WELTW√ĄRTS. Er vermittelt M√∂glichkeiten zur Teilnahme an den entsprechenden Vor-, Nachbereitungs- und Zwischenseminaren oder ist selbst Tr√§ger dieser Veranstaltungen.
  • Er ber√§t und begleitet die Mitglieder.
  • Nach der R√ľckkehr der Freiwilligen bietet er eine M√∂glichkeit zur Vernetzung mit weltkirchlichen oder entwicklungspolitisch t√§tigen Organisationen, um so M√∂glichkeiten zur Weiterf√ľhrung des Engagements zu bieten.
  • Der Verein und seine Mitglieder sind verantwortlich f√ľr die Auswahl der Freiwilligen.
  • Die administrative Abwicklung des Angebots wird √ľber den Verein abgesichert. Insbesondere das Einwerben der Zusch√ľsse aus dem Programm WELTW√ĄRTS und die damit verbundenen Aufgaben √ľbernimmt der Verein.
  • Der Verein arbeitet nach dem Konzept zur Qualit√§tssicherung von internationalen Freiwilligendiensten von der Servicestelle fid der Arbeitsgemeinschaft f√ľr Entwicklungshilfe (AGEH). Er unterst√ľtzt und bef√§higt die Mitglieder bei der Einf√ľhrung des Qualit√§tskonzepts.
  • Der Verein sorgt f√ľr eine angemessene √Ėffentlichkeitsarbeit und stellt die notwendigen Materialien daf√ľr zu Verf√ľgung.
  • Der Verein ist eingebunden in das katholische Konsortium zu WELTW√ĄRTS und gestaltet dieses mit.

Verlauf des Einsatzes - Vorbereitungsphase

Orientierungswochenende

Die Mitglieder des mundus Eine Welt e.V. gestalten Orientierungs- und Informationswochenenden. Dieses Wochenende dient der wechselseitigen Information und ist damit eine Hilfe zur Entscheidungsfindung. Die Interessierten erhalten einen √úberblick √ľber das Konzept und Informationen zum Einsatz. Die Mitglieder des Vereins bekommen einen ersten Eindruck √ľber die Bewerber/innen.

Spezielle Vorbereitung auf die Einsatzstelle

Die Mitglieder sorgen f√ľr eine qualifizierte Vorbereitung im Blick auf die Einsatzstelle. Hierzu geh√∂ren die fr√ľhzeitige und partnerschaftliche Einbeziehung der Projektpartner, eine l√§nder- und kulturspezifische Vorbereitung der Freiwilligen und die Vermittlung von Kontakten zu ehemaligen Freiwilligen.

Diözesanes Vorbereitungswochenende

Das Erzbistum Paderborn gestaltet ein MaZ-Wochenende. Es dient dem Kennenlernen und der Vernetzung der Personen aus dem Erzbistum Paderborn, die einen internationalen Freiwilligendienst leisten und soll mit der Diözese und dem vielfältigen weltkirchlichem Engagement bekannt machen. Die Freiwilligen des mundus Eine Welt e.V. nehmen an diesem Wochenende teil.

Vorbereitungskurs

Die Freiwilligen werden in einem Vorbereitungskurs auf den Einsatz vorbereitet. Ziele des Kurses sind:

  • Kl√§rung der eigenen Motivation
  • St√§rkung der kommunikativen Kompetenzen im interkulturellen Dialog
  • Auseinandersetzung mit entwicklungspolitischen Fragestellungen
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie und Geschichte
  • St√§rkung der eigenen Spiritualit√§t und pers√∂nlichen Handlungsm√∂glichkeiten

Die Freiwilligen können auch an einem Vorbereitungskurs der fid-Servicestelle teilnehmen.

Begleitende Beratung (medizinische Vorsorge, Sprachkurse, …)

Die Freiwilligen verpflichten sich zu einer ausreichenden medizinische Vorsorge und zum Erlernen der Landessprache. Die Mitglieder des mundus Eine Welt e.V. sorgen f√ľr eine qualifizierte Beratung.

Kontrakt

Die Mitglieder des Vereins, die Partnerorganisation und der/die Freiwillige schlie√üen √ľber den Einsatz einen schriftlichen Kontrakt.

Einsatzphase

Einf√ľhrung und Einarbeitung

Die Partner sorgen f√ľr eine angemessene Einf√ľhrung in den Dienst als Freiwillige/r und eine ausreichende Information aller Beteiligten.

Begleitseminar

Alle Freiwilligen nehmen an einem mehrtägigen Begleitseminar (mindestens 5 Tage) teil. Diese Begleitseminare werden in Kooperation mit anderen Trägern oder der fid-Servicestelle gestaltet. Das Seminar dient der Zwischenauswertung persönlicher und institutioneller Aspekte des Freiwilligendienstes.

Mentoren/Mentorinnen

Der Einsatz in der Dienststelle wird von Mentoren/Mentorinnen begleitet. Die Mentoren/Mentorinnen reflektieren die Erfahrungen mit den Freiwilligen und sind in Krisenzeiten Ansprechpartner f√ľr alle Beteiligten.

Nachbereitungsphase

Die Erfahrungen des Freiwilligeneinsatzes benötigen eine differenzierte Auswertung, damit sie auch eine nachhaltige Wirkung haben.

Di√∂zesanes R√ľckkehrerseminar

Die Freiwilligen nehmen an dem R√ľckkehrerseminar des Erzbistums Paderborn teil. Dieses Seminar dient der Einbindung der Erfahrungen in die weltkirchlichen und entwicklungspolitischen Aktivit√§ten im Erzbistum Paderborn.

R√ľckkehrerseminar

Zur Aufarbeitung der Erfahrungen aus dem Freiwilligeneinsatz nehmen die Teilnehmenden an einem f√ľnft√§gigen R√ľckkehrerseminar teil, das ggf. in Kooperation mit anderen Tr√§gern oder der fid-Servicestelle gestaltet wird.

Dienststellenbezogene Nachbereitung

Die Mitglieder des mundus Eine Welt e.V. sorgen mit den Partnern f√ľr eine dienststellenbezogene Auswertung, in der es um die pers√∂nlichen und organisationsbezogenen Aspekte des Einsatzes geht. Diese Auswertung dient auch der konzeptionellen Fortschreibung des Freiwilligeneinsatzes.